| Nirwana, ich komme (19.02.2012) |
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Um nahtlos an meine vorherige Kolumne anzuknüpfen: Pausen sind
etwas Wundervolles. Sie sind die Muse, die die Schüler unter der
Woche zur Wochenendplanung antreibt; Das Ziel, auf das die
Schüler in 45 Minuten Müßiggang hinarbeiten; Die Zeit des
Kaffeklatsches und, aus der Sicht der Lehrer, das erste
Anzeichen von Lebendigkeit der Jugendlichen. Insofern die Pause
nicht in die Stunde verlegt wird. Mal ganz im Ernst: Jeder weiß, das eine Pause Mana ist für Geistes– und Körperkraft. Man kann „durchschnaufen“, „auftanken“ und/oder „abschalten“. Deswegen will ich dieses Mal, sagen wir, einen kurzen Boxenstopp machen. Mich nicht so in „tiefgründigen Gedankengängen“ verstricken. Nur einfach einen Toast auf die Pause aussprechen. Das ist oder tut mir und den Lesern, also euch, gut. In dieser Zeit arbeitet ja trotzdem mein Unterbewusstsein (Experten sprechen vom „Alpha“– oder „Flow“–Zustand) und tüftelt möglicherweise an einer nächsten Kolumne. Derweil esse ich bewusst gedankenlos mein Knoppers (morgens, halb 10). Oder beim kurzen Schluck, den man beim Aufsatz zwischendurch trinkt, schleichen sich zufällig neue Ansätze ins Hirn, die ich verfolgen kann. Und die mir vielleicht, wenn ich krampfhaft nach ihnen gesucht hätte, nie eingefallen wären. Oder die Muskeln bauen sich innerhalb ein, zwei Tagen Ruhepause zwischen zwei Trainingseinheiten auf. Wie gesagt, mit einem Schritt zurück, lässt sich gleich besser Anlauf nehmen. Die Chinesen haben ihr Pausieren ganz und gar durch sogenanntes „Power–Napping“ perfektioniert. Was hier immer noch nicht klappt: 5 Minuten, ich bleib‘ dabei, sind immer noch zu wenig. Auch ein Kompliment möchte nochmal „überdacht“ sein. „Eine Nacht drüber zu schlafen“ hilft. Bei voreiligen Lobhudeleien ist mir eine treffende und wohlproportionierte Kritik sicherlich tausendmal lieber. Et vice versa. Zur „Hilfe in der Nacht“ noch ein Gedankensprung: Entscheidungen wollen schon ab und zu einem gewissen Zeitpunkt getroffen sein. Und auch Arbeit sollte man nicht allzu lange vor sich herschieben. Durch sie wird die Pause erst wertvoll – und umgekehrt, natürlich. Sagt z.B. auch Plutarch: „Erholung ist die Würze der Arbeit.“ Da entsteht so ein harmonischer Ausgleich zwischen Schwarz und Weiß, Yin und Yang. Ach was, ich erzähl‘ ja nichts Neues. Wobei Buddha an der Stelle wahrscheinlich in der Stunde schlief. Der arbeitet kaum und meditiert die ganze Zeit über. Ach genau, der sitzt da und meditiert die Stunde lang... So gesehen habe ich mir mein Nirwana rein äußerlich anders vorgestellt. |
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